Remote Work

 

 

Was ist Remote Work?

Remote-Work ist ein relativ neuer und deshalb nicht einheitlich verwendeter Begriff. Im weiteren Sinne ist damit eine berufliche Tätigkeit gemeint, die von überall aus erledigt werden kann, also nicht an die Anwesenheit in einem Büro gebunden ist.

 

Welche Vorteile bringt es?

Ergebnisse von Remote-Work Studien haben gezeigt, dass das Arbeiten in einem Umfeld, in dem man sich wohl fühlt, entspannt und fokussiert fühlt, zu besseren Ergebnissen, höherer Produktivität, größere Arbeitszufriedenheit und weniger Stress führt.

 

Aufgrund von Covid19 haben sich in vielen Bereichen der Arbeitswelt Veränderungen ergeben. Eine davon ist das mobile Arbeiten. Die Möglichkeit von Zuhause aus die Arbeit zu verrichten und den Arbeitsalltag ganz anders zu gestalten als es vorher üblich war. 

Wenn es nun quasi egal ist von wo gearbeitet werden kann, dann geht dies sogar aus Omas Garten, dem Strandhaus an der Ostsee oder von den kanarischen Inseln.

 

Meine Freundin und ich haben dieses Jahr das erste Mal die Möglichkeit wahrgenommen und möchten hier über einige Ideen, Erfahrungen oder auch Gedanken berichten, die uns bei der Recherche und Suche untergekommen sind. Zu zweit ein Appartement zu finden, von dem beide gleichzeitig arbeiten können, ist natürlich eine ganz andere Herausforderung, als allein zu planen. Wir haben bereits im August 2021 mit der Planung und Recherche begonnen und eigentlich war La Palma als Domizil geplant. Dann kam jedoch der Vulkanausbruch des Cumbra Vieja dazwischen. Somit haben wir uns für Teneriffa entschieden - die größte der kanarischen Inseln. Temperaturen von 18-25°C, lediglich eine Stunde Zeitverschiebung, in der Regel überall Glasfaser Internet und fünf Klimazonen. Wir waren acht Wochen auf der Insel und können nun viele der Auswanderer verstehen. Acht Wochen sind eine lange Zeit aber ist man erstmal da, vergehen sie wie im Fluge.

 

 

183-Tage-Regelung

Planst du die Länge deines Auslandsaufenthalts, solltest du die 183-Tage-Regelung kennenDie sogenannte 183-Tage-Regelung ist für alle Arbeitnehmer interessant, die für ein paar Monate im EU-Ausland arbeiten und einen deutschen Arbeitgeber haben. Sie besagt, dass Arbeitnehmer, die weniger als 183 Tage in einem anderen Staat arbeiten und ihren Arbeitslohn von Deutschland aus von einem hier ansässigen Unternehmen erhalten – also nicht von einer Betriebsstätte des Unternehmens im Tätigkeitsstaat – weiterhin in Deutschland steuerpflichtig sind. Die 183-Tage-Regelung greift allerdings nur, wenn alle diese Bedingungen gleichzeitig erfüllt sind.

 


Zeitzone

Da Europa sich über sieben Zeitzonen erstreckt, sollte bei der Wahl des Aufenthaltsortes unbedingt darauf geachtet werden. Wer möchte schon gern morgens um 4 Uhr Nachts anfangen mit der Arbeit, weil es im Heimatland bereits um 8 Uhr ist oder bis Abends 23 Uhr arbeiten?


Versicherung

Bei der Sozialversicherung gilt generell, dass die Regelungen des jeweiligen Landes greifen, in dem du arbeitest. Ausnahmen gibt es jedoch innerhalb der EU und mit einigen Nicht-EU-Staaten geltenden Abkommen, die festlegen, dass für dich auch weiterhin das Sozialversicherungsrecht deines Heimatlandes greift. Weltweit gelten solche Abkommen bei der klassischen Entsendung – also, dass dein Unternehmen dich ins Ausland schickt. Informiere dich dazu bei deiner Personalabteilung. Eine A1 Bescheinigung sollte vor der Entsendung deines Arbeitgebers beantragt werden.

 

Eine Auslandskrankenversicherung sollte zusätzlich ein fester Bestandteil sein. In Bezug auf die maximale Länge des Aufenthalts hat jede Versicherung seine eigenen Regeln. Erkundige dich dabei unbedingt frühzeitig bei deiner bestehenden oder über eine für dich passende Versicherung. 


Unterkunft

Hier kommen sehr viele Faktoren zum Tragen. 

Allein oder zu zweit?

Wie hoch ist das Budget?

Selbstverpflegung oder All Inclusive?

Ruhe und Abgeschiedenheit, große Community, im Zentrum der Stadt, direkt am Strand oder im Hotelkomplex? Privatvermietung über Google Maps, TripAdvisor, AirBnB, Booking.com, FeWo-direkt etc.?

Es lohnt sich immer auch, wenn möglich, direkt mit dem Vermieter in Verbindung zu treten. Einige Plattformen haben in der Regel eine 30 Tage Grenze für die maximale Mietdauer. 

Wir haben bei einer der Plattformen unser Domizil mit Selbstverpflegung für acht Wochen gefunden.

Da es in erster Linie kein Urlaub ist und man den Großteil des Tages evtl. im Appartement verbringt um zu arbeiten, spielt die Lage und das Drumherum eine große Rolle. Störfaktoren wie Lärm durch andere Gäste, Straßen oder der Pool etc. in direkter Nähe können das Arbeiten erschweren und im Endeffekt den Aufenthalt doch nicht so entspannt werden lassen. Da lohnt es sich oft die Bewertungen genauestens zu studieren oder eben den Vermieter zu kontaktieren. Da das Thema Remote-Work für viele Neuland ist, kann man in einem direkten Gespräch sein Vorhaben erklären und erhält so evtl. ausreichende Informationen.

 


Mobilität

Im Moment ist der Mietwagen europaweit aufgrund von Corona das teuerste bei Auslandsaufenthalten. Natürlich benötigt man nicht überall ein Auto, jedoch um nach dem Feierabend die Gegend zu erkunden oder noch mal schnell zum Strand zu kommen, ist es unabdingbar. Man möchte unabhängig sein und jederzeit überall hinkommen. Falls Ihr danach sucht, klickt nicht gleich die ersten Seiten an, das sind immer die teuersten.

Für Spanien habe ich günstige Tarife hier gefunden. Zum Vergleich, vor ca. 2 Jahren zahlte man teilweise 7€ am Tag für einen Mietwagen auf den Kanaren. Im Dezember 2021 lag der Preis bei ca. 30€ am Tag. Mittlerweile (03.2022) erholen sich die Preise langsam und man bekommt ein Auto auch schon für 20€ am Tag.


Internet

Du benötigst eine stabile Internetverbindung. Klar, in jedem anderen Land der Welt gibt es besseres Internet als in Deutschland. Trotzdem solltest du dich vorher genauestens darüber informieren, ob eine starke Verbindung in Form von WiFi oder gar LAN anliegt. Der Vermieter der Unterkunft oder Hotelpage wird immer sagen, dass das Internet gut ist. Lese dir dazu am besten Rezensionen durch und stelle explizite Fragen beim Vermieter. Es kann durchaus Probleme in Bezug auf VPN Verbindungen geben, die eventuell geblockt werden oder einfach nicht funktionieren. Innerhalb der EU kann zur Not auch mal das Handy als Hotspot dienen, da die Roaminggebühren seit dem 15. Juni 2017 entfallen. Das sollte vorher einfach mal getestet werden.

Wenn Glasfaser anliegt, wirbt der Anbieter in der Regel damit. Vielen ist jedoch der in Bezug auf Remote Work bestehende Stellenwert einer stabilen Internetverbindung noch nicht bewusst. In ein paar Jahren sieht das mit hoher Wahrscheinlichkeit anders aus, da der Markt stetig wächst.

In unserer Unterkunft gab es Probleme mit dem WiFi bei meiner Freundin. Der Vermieter hat dann einfach kurzerhand ein neues LAN Kabel verlegt und somit war das Problem behoben. So viel Glück hat man mit Sicherheit nicht überall.

 


Budget

Remote-Work bedeutet, dass zusätzliche Kosten zu den eh schon alltäglichen Kosten aufkommen.

All die oben genannten Punkte sollten bei der Berechnung des Budgets beachtet werden. Da kommen schnell einige Hundert bis Tausend Euro zusammen. Zu den Kosten für Unterkunft und Mobilität kommen evtl. noch Verpflegung, Sprit oder Kosten für Freizeitaktivitäten. Ein finanzieller Puffer oder die Nutzung einer Kreditkarte helfen, bei ungewünschten Ausgaben (Arztbesuch), nicht gleich ins Minus zu rutschen.

 


Fazit

Wer sich selbst verpflegen kann, spart schon mal ordentlich Kosten und muss sich nicht an Buffets anstellen oder seine Mittagspause für das Warten auf das Essen opfern.

Wer Ruhe und Abgeschiedenheit haben möchte, muss wohl oder übel den Kostenfaktor Auto mit einberechnen, falls der Einkauf erledigt werden muss oder am Wochenende ein Trip geplant ist.

Wer lieber im Zentrum sein möchte braucht zwar nicht unbedingt ein Auto, muss aber damit rechnen, dass es tagsüber oder auch nachts in manchen Ländern etwas lebendiger zugeht.

Ob allein oder zu zweit, die Arbeit in der Sonne am Meer lockt jeden von uns und wer es einmal erlebt hat, wird es wieder wollen.

Alles in allem ist es möglich von einem anderen Ort zu arbeiten und wer gut im Voraus plant, hat mit Sicherheit einen schönen Aufenthalt.


Tipps

1. Plane den Aufenthalt so, dass du nicht gleich am ersten oder zweiten Tag anfangen musst zu arbeiten. Baue dir einen Puffer in Form von Urlaub oder einem verlängerten Wochenende ein.

Falls die Unterkunft nicht zusagt, das Internet nicht zuverlässig ist oder irgendetwas nicht passt, kannst du notfalls umplanen oder im schlimmsten Fall wieder nach hause zurückkehren.

 

2. Besorge dir ein Headset mit Windschutz, bei Meetings draußen kann das zu Störungen bei den Meetingpartnern führen.

 

3. Falls du es gewohnt bist, mit zwei oder mehr Bildschirmen zu arbeiten, besorge dir einen portablen Monitor. Verlass dich nicht darauf vor Ort nötiges Equipment vorzufinden. (Kabel, Maus, etc.). Ein LAN-Kabel sollte man dabei haben.

 

4. Sorge trotz der neuen Umgebung für körperlichen Ausgleich. 

 

5. Ernähre dich so gut es geht gesund und ausgewogen, Die Abende an der Bar sind auf Dauer kräftezehrend. ;)

 

6. Den Rückflug kann man bei längerem Aufenthalt auch später bzw. spontan buchen. Das kann man über Portale wie skyscanner.com, ebookers.com, Opodo.de usw. zwischenzeitlich immer mal checken.

 

7. Man kennt es aus dem Urlaub schon aber in acht Wochen sammeln sich viele Dinge an. Lasst auf der Hinreise lieber 1-2kg Puffer und denkt an die unterschiedlichen Begrenzungen des Gewichts vom Gepäck für die Heimreise. RyanAir 20kg, EasyJet 23kg